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Der Vater ist Schuld!

Wie die Beziehung zum eigenen Vater half aus einer Schaffenspause heraus zu kommen

Rund zehen Jahre Schaffenspause hat der Fotokünstler Florian Rexroth, nach seiner erfolgreichen Arbeit „Bäume der Stadt“, nun hinter sich, in denen er keineswegs tatenlos gewesen ist.

Das Werk welches den Wiedereinstieg in sein Schaffen markiert, hat Rexroth seinem Vater gewidmet. Anläßlich des siebzigsten Geburtstags des Vaters, konzipierte er ein Werk, welches die Stile der Collage und des Fotogramms miteinander vereint. Es ist eine symbolgeladene Arbeit, gespikt mit Verweisen auf die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft im Leben seines Vaters, welche allerdings durchaus allgemein verstanden werden können. Das Werk „Erinnern ist Menschlich“ spielt mit dem Leben seines Vaters. Doch Rexroth tut dies sehr gefühlvoll und einfühlsam. Es scheint als wollte er seinen “Alten Herren“ einladen sich mit der frühen Kindheit zu beschäftigen gleichsam sich mit der Endlichkeit und dem Sterben zu konfrontieren. Ob dies gelingt?; es wäre dem Vater zu wünschen.

Es ist höchst fraglich ob diese pathetisch, familiären Gefühlsbekenntnisse auch außerhalb des engen Kreises der Familie bei Rezipienten Interesse wecken werden.

Ganz egal wie dies ausgeht Florian Rexroth präsentiert mit seiner durch und durch analogen Arbeit einen wertvollen Kontrapunkt in unseren schnellen digitalen Welt, mit einem Thema welchem aktuell zu wenig Beachtung geschenkt zu werden scheint; dem Vergang und dem Tod.

Zu beglückwünschen ist Rexroth allerdings in zweierlei Hinsicht. Erstens scheint er eine Aufrichtige Beziehung zum eigen Vater zu haben, und zweitens ist seine jüngste Arbeit, trotz der zu gut gemeinten Symbolüberfrachtung, als durchaus gelungen zu bezeichen. So bleibt zu hoffen, das nicht wieder zehen Jahre ins Land gehen müssen bis wir mehr von diesem vielseitigen Künstler zu Gesicht bekommen.

FotogrammCollage, Analoger SW Handabzug, 30cm x 40cm, Rahmung aus Gipskarton, © 2017 Florian Rexroth